Neuerscheinung
 
 

ZWISCHEN RECHT UND WILLKÜR
Die Rote Armee in Deutschland

 

Trotz der offiziellen immer wieder erklärten Parolen von den "Waffenbrüdern - Klassenbrüdern" dachte die Gruppe der sowjetischen Streitkräfte in Deutschland (GSSD) in der DDR überhaupt nicht daran, sich an den 1957 formell geschlossenen Stationierungsvertrag zu halten, geschweige denn an das wenig später unterzeichnete Rechtshilfeabkommen. Im Gegenteil: Diebstähle gehörten ebenso zum "Truppenalltag" wie Morde, Vergewaltigungen, ein geradezu krimineller Umgang mit Waffen und Munition oder grob fahrlässig verursachte Verkehrsunfälle, bei denen unzählige Bewohner der DDR ihr Leben hatten lassen müssen.

Dieses ist kein Buch, das beschönigt oder verharmlost. Es soll aber auch keinen Keil zwischen Deutsche und Russen treiben, sondern in seiner Offenheit zur Bewältigung der jüngeren gemeinsamen Geschichte beitragen. Wenn in der Regel Verallgemeinerungen auch nicht zulässig sind, dann gilt dieses hier ausnahmsweise nicht. Zweifellos kam die Rote Armee als Befreier vom Nazi-Regime. Doch aus den Befreiern wurden sehr schnell Besatzer, die sich auch stets als solche empfanden. Eine geheime Analyse des damaligen DDR-Ministeriums für Nationale Verteidigung noch aus dem Jahr 1988, die in diesem Buch erstmals veröffentlicht wird, weist schonungslos nach, dass die sowjetischen Streitkräfte in der DDR bis zuletzt den Status von Besatzungstruppen besaßen und ein entsprechendes Verhalten an den Tag legten.
Cover des Buches: Zwischen Recht und Willkür - Die Rote Armee in Deutschland
Gebunden mit Schutzumschlag, ca. 350 Seiten mit zahlreichen Dokumenten und Fotos

Bouvier, Bonn 1996
ISBN 3-416-02626-8