Neuerscheinung
 
 

»WER JUDE IST, bestimme ich«
»Ehrenarier« im Nationalsozialismus

 

Bei diesem Buch handelt es sich um die erste Gesamtdarstellung der Gleichstellung von Juden, »Mischlingen« und »jüdisch Versippten« mit sog. „Deutschblütigen“ im Nationalsozialismus. Hitler erklärte Wissenschaftler, Unternehmer, Soldaten und vor allem beliebte Film- und Bühnenstars zu »Ehrenariern«, wenn sie für das System wichtig waren.

In den »Nürnberger Rassegesetzen« hatten die Nationalsozialisten 1935 ihre rassistischen Wahnideen festgeschrieben. Immer wieder aber machte Hitler von seinem „Gnadenrecht“ Gebrauch, mit einem Federstrich Juden zu »Ehrenariern« zu erklären oder jüdische »Mischlinge« aufzuwerten. Die Gründe hierfür waren ebenso willkürlich wie vielfältig. »Ehrenarier« konnten Weggefährten werden, die sich um die »Bewegung« verdient gemacht hatten. Bewährte Soldaten des Ersten Weltkriegs durften in der Wehrmacht weiterdienen. Bei wirtschaftlichem oder persönlichem Interesse zögerte das NS-Regime nicht, »Ehrenarier« zu ernennen und Juden »Deutschblütigkeit« zu bescheinigen. Besonders häufig erhielten Publikumslieblinge von Film und Theater Sondergenehmigungen, auch wenn »jüdisches Blut« in ihren Adern floss.

Bekanntester »Ehrenarier« war Generalfeldmarschall Erhard Milch, der eine herausragende Stellung im Reichsluftfahrtministerium einnahm und die menschenverachtenden »Humanexperimenten« der Luftwaffe in den KZ verantwortete. Unter Hitlers besonderem Schutz stand lange Zeit der Linzer Eduard Bloch, der jüdische Hausarzt seiner Mutter. Die besondere »Fürsorge« des Reichsführers-SS Heinrich Himmler genoss der österreichische »Halbjude« und Lebensmittelchemiker Robert Feix, der u.a. das Geliermittel Opekta erfand. Der „Halbjude“ Artur Imhausen, der sich um  Benzinsynthese und Kunstfette verdient gemacht hatte, wurde von Hitler kurzerhand zum „Vollarier“ ernannt.
Cover des Buches: Wer Jude ist, bestimme ich - Ehrenarier im Nationalsozialismus
ca. 320 Seiten mit ca. 10 s/w Abbildungen