Neuerscheinung

 

 

 

 

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HITLERS BRAUNE EMINENZ

Als Leiter der Partei-Kanzlei der NSDAP im Rang eines Reichsministers und Privatsekretär Hitlers war Martin Bormann einer der gefürchtetsten NS-Funktionäre. Für Volker Koop, der den Weg der mysteriösen Figur nachzeichnet, war er sogar der zweitmächtigste Mann hinter Adolf Hitler selbst.

 

Wenn von den Größen des Nazi-Regimes die Rede ist, von den starken Männern der Diktatur, wird er kaum erwähnt. Seltsam. Denn dieser Martin Bormann war einflussreicher als Himmler, Göring oder Goebbels. Hitlers Schatten sei er gewesen, so liest man, sein Alter Ego, die graue, nein: braune Eminenz. Der Zeithistoriker Volker Koop, geboren 1945, meint:

"In Hitlers "Drittem Reich" war Bormann der zweitmächtigste Mann, was ihm keine Freunde, dafür umso mehr Feinde einbrachte. Diesen Preis schien er für seine Machtfülle gern zu zahlen. Er war eine geheimnisumwitterte Persönlichkeit - im Leben und insbesondere nach seinem Tod."

Volker Koop hat den Weg der mysteriösen Figur in einer lesenswerten Studie nachgezeichnet. Martin Bormann hinterließ weder Tagebücher noch Erinnerungen, er äußerte sich kaum in den Medien. Dennoch stieß Bormanns Biograf auf ausgezeichnete Quellen.

"Sein 'Nachlass' sind Tausende von Verfügungen, Befehlen, Aktenvermerken, Denunziationen, Geheimberichten und Rundschreiben, mit denen er sich Tag für Tag zu Wort meldete."

Volker Koop fragt: Wer war dieser Mensch, der zum heimlichen Herrscher über Nazideutschland aufsteigen konnte? Martin Bormann, Jahrgang 1900: im Auftritt plump, ein Mann ohne Charisma und von eher geringer Intelligenz, aber gerissen. Eine stämmige Gestalt mit Stiernacken. Schon früh geht er zu den Rechtsextremen, 1927 wird Bormann Mitglied der NSDAP, das ist sein einziger Beruf. Zwei Jahre später heiratet er die Tochter eines Bonzen, Hitler fungiert als Trauzeuge.

Später ist Bormann ständig in Hitlers Nähe, als Faktotum unentbehrlich, als Werkzeug effizient. 1941 steigt er in der Hierarchie ganz nach oben: Er wird Leiter der Partei-Kanzlei im Rang eines Reichsministers. Der emsige Bormann verwaltet Hitlers Vermögen und Hitlers Domizil auf dem Obersalzberg, nur er entscheidet, wer in Berchtesgaden oder Berlin zu Hitler darf. Der Name des Unsichtbaren steht unter allen Befehlen.

1943 wird Martin Bormann zum "Sekretär" des Führers ernannt. Sein Biograf schreibt:

"Damit hatte er eine alles beherrschende Stellung im Führerhauptquartier, die mehr wog als die des gesamten Reichskabinetts. Es gab wohl keinen zweiten NS-Repräsentanten, der in ähnlicher Weise gefürchtet und gehasst wurde. Gefürchtet wurde er aber weniger vom Volk, das kaum seinen Namen kannte, als vielmehr von Ministern, Gauleitern, Beamten, Richtern und Generälen."

Die letzten Wochen seines Lebens Anfang 1945 verbringt Martin Bormann im "Führerbunker" in Berlin. Er wird umso radikaler, je aussichtsloser die Situation scheint. Eine der wenigen Aufnahmen von Martin Bormann, entstanden am 2. April 1945, einen Monat vor der Kapitulation.

Bormann: "Jetzt gilt nur noch eine Parole: Siegen oder fallen. Es lebe Deutschland! Es lebe Adolf Hitler!"

Am 29. April ist Bormann Hitlers Trauzeuge, einen Tag später bringt sich der Diktator um. Sein Sekretär, so schreibt Volker Koop, sei unter all den NS-Führungspersonen wohl der Einzige gewesen, der bedingungslos und bis zum Ende für den Endsieg focht.

"Es mag geradezu als Ironie des Schicksals bezeichnet werden, dass Bormann mit dem Volkssturm zum Schluss sogar über eine eigene 'Armee' gebot. Mehr Macht konnte der NS-Staat zu diesem Zeitpunkt nicht mehr verleihen. Aber Bormann vermochte seine Machtfülle nicht zu genießen."

Am Abend des 1. Mai 1945 wird des Führers Sekretär zum letzten Mal gesehen. Gemeinsam mit anderen wagt er den Ausbruch aus dem Bunker, in der umkämpften Reichshauptstadt verliert sich sein Weg. Und just in diesem Moment beginnt das seltsame Nachleben des Martin Bormann. Die Alliierten verurteilen ihn nach Kriegsende in Abwesenheit zum Tode, er soll auf der Flucht sein, heißt es damals, unterwegs durch viele Länder. Das Gerücht erweist sich als falsch. 1972 wird Bormanns Skelett gefunden, auch sein Schädel, bei Erdarbeiten in Ost-Berlin.

Volker Koop, der Biograf, zeichnet ein wenig schmeichelhaftes Porträt seines Protagonisten. Martin Bormann habe zwar Fleiß besessen, Organisationstalent und ein exzellentes Gedächtnis. Doch er war gewissenlos, rachsüchtig und brutal, ein Schreibtischmörder. In angespannter Situation wurde Bormann schnell ausfallend. Widersacher und frühere Gefährten brachte er mit Intrigen zu Fall, in den letzten Stunden des Dritten Reichs sogar Himmler und Göring. Bormann isolierte den "Führer" von der Außenwelt, er sprach in Hitlers Namen, er agierte berechnend, im eigenen Interesse.

Warum, das fragte sich der Biograf, warum genoss der Intrigant Martin Bormann bei Hitler so großes Vertrauen? Weil er nur anderen schadete. Weil er keine Ambitionen zeigte, den "Führer" zu verdrängen.

"Er war der perfekte Diener seines Herrn."

... schreibt Volker Koop.

"Bormann wollte nie im Rampenlicht stehen. Er profilierte sich nicht wie Goebbels, und das geckenhafte Auftreten Görings muss ihm zutiefst zuwider gewesen sein. Bormann identifizierte sich mit Hitlers Vorstellungen von Rassenpolitik, Judenvernichtung und Zwangsarbeit. Er machte sich als sein Vollstrecker für die Detail- und Schmutzarbeit unentbehrlich. Eiskalt entschied er über das Schicksal von Millionen Menschen."

Koops Biografie über Martin Bormann ist ein Gewinn für jeden zeithistorisch interessierten Leser. Was stört? Vielleicht ein gewisser Hang zur Redundanz, die Wiederholung von Fakten und Formulierungen. Doch dies ist ein winziger Makel. Der Autor schreibt verständlich, spannend, anregend, starke Zitate würzen den Text. Mit seiner Studie öffnet uns Volker Koop den Zugang zu einer ebenso düsteren wie faszinierenden Persönlichkeit aus Hitlers engstem Umfeld.



Zum Artikel: http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/lesart/1881828/

Rezensiert von Uwe Stolzmann: Deutschlandradio Kultur, Oktober 2012

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GEFÜRCHTET UND GEHASST

Hitlers Sekretär Der mächtigste Mann im Apparat

 

Martin Borman: eine neue Biografie zeichnet den steilen Aufstieg und die tödliche Flucht nach. Eine kleine Intrige genügte, um endlich die Nummer zwei des Reichs, Hermann Göring, zu stürzen.

Kurz bevor sein Leben und das Großdeutsche Reich zu Ende gingen, war der bullige Mann 1945 für ein paar Stunden der zweitmächtigste Mann im brennenden Reich des Adolf Hitler. Martin Bormann, der ewige Sekretär, hatte endlich geschafft, wonach er seit Jahren gegiert hatte: Eine kleine Intrige genügte, um endlich die Nummer zwei des Reichs, Hermann Göring, zu stürzen. Er genoss seine Ämterfülle nicht, er verwaltete, er führte ganz zuletzt mit dem Volkssturm sogar eine eigene „Armee“, und er hatte alle Hände voll damit zu tun, dies alles gegen Rivalen zu verteidigen, um letztlich doch unterzugehen.

Martin Bormann. Geboren 1900 bei Halberstadt in Sachsen-Anhalt, kaufmännischer Angestellter, 1923 wegen Wirtschaftsdelikten zu 30.000 Mark, 1924 wegen Beteiligung am Mord eines politischen Gegners zu einem Jahr (!) Gefängnis verurteilt, landete beim nazistischen „Wehrverband“ Ernst Röhms. Dieser Weltkriegsoffizier baute für seinen Du-Freund Hitler die SA auf, mit der die Macht 1933 errungen werden konnte.

Bormann war ein kleiner Befehlsempfänger, der aber darunter nicht litt. Unterwürfig arbeitete er als Büroleiter dem schwachen „Stellvertreter des Führers“, Rudolf Heß, zu. Er war bald unersetzlich: von unbändiger Arbeitswut besessen, von brodelnder Energie getrieben, mit erstaunlich robuster Konstitution gesegnet.

Das war für den „Führer“ der richtige Manager, dem man die Verwaltung des bayerischen Sommersitzes anvertrauen konnte. Bormann kannte bald keine Grenzen und kein Halten mehr: Der Berghof am Obersalzberg, heute Teil der Marktgemeinde Berchtesgaden, wurde ab 1936 mit einem Milliardenaufwand zum zweiten Regierungssitz umgebaut, zu einer Kultstätte des Nationalsozialismus. Das jubelnde Volk freilich wurde mit Sperrzäunen abgehalten. Sieben Quadratkilometer requirierte Bormann für dieses Refugium, auf dem auch er sich sofort ansiedelte, um dem Chef jederzeit zu Diensten sein zu können.

Doch Bormanns große Stunde sollte erst kommen. Am 10. Mai 1941 fliegt der eigenartige Rudolf Heß heimlich mit einer Messerschmitt Bf 110 nach Schottland. Er will zu Douglas Douglas-Hamilton auf Dungavel Castle, um mit diesem Friedensfreund und Gegenspieler von Premier Churchill Friedensverhandlungen zu führen. Heß wird festgenommen und für verrückt erklärt. Und der bisherige Stabschef der Kanzlei Heß Bormann ist urplötzlich Leiter der „Parteikanzlei“. Seinen Namen kennen nun alle. An ihm kommt keiner mehr vorbei.

Ein Minister, der mit ihm zu tun hatte, beschreibt den Mann so: „Eine robuste Diesseitigkeit, eine handfeste Lust an Intrigen, ein Geltungstrieb, wie man ihn nur bei Himmler finden konnte, und eine Missachtung der Wahrheit, um die ihn in ihrer Bedenkenlosigkeit selbst ein Goebbels beneiden musste...“

Vom „SS-Intellektuellen“ Walter Schellenberg stammt die Charakterisierung Bormanns: „Er war ein stämmiger, untersetzter Typ mit vorgeschobenen runden Schultern und einem Ansatz zum Stiernacken. Den Kopf hielt er stets ein wenig nach vorn, wie ein Boxer, der mit vorgeschobenem Oberkörper und schnellem Augenspiel seinen Gegner belauert und dann plötzlich auf ihn losgeht.“ Aber Hitler hielt ihn: „Ich brauche Bormann, um den Krieg zu gewinnen. Alle haben in der restlosen Ausführung meiner Befehle versagt – Bormann nie!“

Diese Kreatur hatte keine Freunde in der höchsten Führungsetage. Brauchte auch keine. Bormann war das blitzschnell ausführende Organ des Reichskanzlers und selbst ernannten Feldherrn. Er genierte sich nicht, schlechte Nachrichten zu überbringen, er war – im Dienst ein gefühlsarmes Monster. Und im Dienst war er (fast) immer. Niemals hätte er in all den Jahren gewagt, längere Dienstreisen oder gar einen Urlaub anzutreten. Unaufhörlich war er in Sorge, dass sein Einfluss geringer werden könnte.

Folgerichtig klagte ihn der Internationale Militärgerichtshof in Nürnberg am 29.Oktober 1945 als einen der Hauptkriegsverbrecher an. Da sich Hitler, Himmler und Goebbels der irdischen Gerechtigkeit durch Selbstmord entzogen hatten, wäre Bormann ein „fetter Fisch“ auf der Anklagebank gewesen. Doch auch er fehlte – im letzten Moment aus der Reichskanzlei geflohen und verschollen. Lange vermutete man, es könnte ihm die Flucht nach Übersee gelungen sein. Er wurde in Abwesenheit zum Tod durch den Strang verurteilt.

Volker Koop, der sich bereits in 25 Sachbüchern mit deutscher Geschichte beschäftigt hat, gelingt auch mit diesem Bormann-Porträt eine packende Story. Der raketenhafte Aufstieg aus dem Nichts zum zweitmächtigsten Mann Nazi-Deutschlands ist ebenso atemberaubend wie der verbissene Endkampf um Berlin im Befehlsbunker von Hitlers Reichskanzlei und letztlich die Flucht durch den russischen Granatenhagel.

Auf dem Gelände des Lehrter Bahnhofs, unweit der zerbombten Reichskanzlei, dürfte der Mächtige am 2. Mai 1945 zwischen 1.30 und 2.30 Uhr seine Giftampulle zerbissen haben, wie Hitler geraten hatte. Der Tod trat in Sekundenschnelle ein. Am 7. Dezember 1972 wurden Bormanns Überreste bei Grabungsarbeiten der Stadtwerke entdeckt, geborgen, kriminaltechnisch untersucht, dann in Bayern anonym eingeäschert und in den Gewässern der Kieler Bucht außerhalb des deutschen Hoheitsgebiets im Meer verstreut. Die Nachkommen Martin Bormanns wollten damit nichts mehr zu tun haben. Der Staat zahlte für die Aktion 5600 DM.

 

Zum Artikel: http://www.diepresse.com

Rezensiert von Hans Werner Scheidl: Die Presse, 19. Oktober 2012

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MARTIN BORMANN - HITLERS VOLLSTRECKER

 

Von der Ferne betrachtet war sein Lebensweg unspektakulär. Sekretär. Zu seinen Aufgaben zählten unter anderem Dienstaufsicht über alles Hauspersonal, Vermittlung eingegangener Vorschläge und übermitteln dazu gefällter Entscheidungen, Meinungsverschiedenheiten

schlichten, Teilnahme an den Besprechungen des Vorgesetzten und sich kümmern um dessen persönliche Angelegenheiten. Bormann hinterließ weder Tagebücher noch Redemanuskripte. Seine Hinterlassenschaft sind ungezählte Anordnungen, Verlautbarungen und Rundschreiben.

 

Aber es ist Martin Bormann (1900 bis 1945), Stabsleiter des „Führer“- Stellvertreters Rudolf Heß und nach dessen Schottlandflug im Mai 1941 Leiter der Parteikanzlei der NSDAP und offiziell zum „Sekretär des Führers“ berufen.


Bormann, kurz vor Ende des Ersten Weltkrieges noch rekrutiert, wurde aus der Armee ohne Fronteinsatz entlassen. Mittellos, ohne berufliche Ausbildung verdingte er sich anschließend als Landwirtschaftseleve in Mecklenburg, wo Martin Bormann 1923 das erste Mal wegen eines Wirtschaftsdeliktes mit dem Gesetz in Konflikt kam und ein Jahr später wegen seiner Beteiligung an einem Fememord zu einer einjährige Freiheitsstrafe verurteilt wurde.


Da er keine „alter Kämpfer“ und frühzeitiger Parteigenosse war, profilierte sich Bormann sich 1933 mit seiner Initiative der „Adolf- Hitler- Spende der deutschen Wirtschaft“ in der Partei- Riege. Früheren Weggefährten wie Philipp Bouhler oder Alfred Rosenberg begegnete er mit unverhohlener Feindschaft und ließ sie unentwegt seinen Einfluss auf Adolf Hitler spüren. „Möglicherweise weil sie ihn in früheren Zeiten in untergeordneter Stellung kennengelernt hatten. Er genoss es die Repräsentanten des Regimes zu demütigen, vor allem, wenn sie ihm intellektuell überlegen waren.“ Für ihn galt der absolute Vorrang der NSDAP vor jeglicher staatlicher Einrichtung.


Bormann war ein skrupelloser Machtmensch und borniert. Selbst mit seinem Bruder Albert, seit 1934 Leiter der Privatkanzlei Adolf Hitler, sprach er nicht einmal dienstlich ein Wort wenn sie im selben Raum waren. Auf privater Ebene spricht der überlieferte Briefwechsel mit Ehefrau Gerda (geborene Buch, Tochter des Obersten Parteirichters der NSDAP) über einen noch immer verliebten Ehegatten und treusorgenden Familienvater eine andere Sprache.
Biograph Volker Koop bediente sich als wichtigster Grundlage für diese Publikation der überlieferten Dokumente aus den Dienststellen von Joseph Goebbels, Heinrich Himmler oder Alfred Rosenberg. So kommt bei der Fülle von Zitaten eine Persönlichkeitsskizze zum Vorschein, welche die allseitigen Verflechtungen in der NS- Polykratie und das allseitige intrigieren offenlegen.

 

Beitrag von Uwe Ullrich

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HITLERS VOLLSTRECKER

 

Er war einflussreicher als Himmler, Göring oder Goebbels. Doch sein Name fällt heutzutage kaum, wenn über die größten Naziverbrecher gesprochen wird. Dabei war Martin Bormann, Chef der NSDAP, der mächtigste Mann nach Hitler. Er war sein Sekretär, sein enger Vertrauter. Bei seinen Kollegen war Bormann gefürchtet und gehasst. Was für ein Mann war er? Wie wurde er zum zweitmächtigsten Mann im NS-Staat? Dieser Frage geht der Historiker Volker Koop in einem Porträt nach. Bormann schrieb keine Tagebücher, doch sein Nachlass besteht aus tausenden von Befehlen, Aktenvermerken und Geheimberichten, mit denen er sich Tag für Tag zu Wort meldete. Koop hat für sein Buch "Martin Bormann: Hitlers Vollstrecker" diese aufschlussreichen Quellen gesichtet. "artour" spricht mit dem Biografen über sein Porträt des gewissenlosen und brutalen Nationalsozialisten.

 

"artour"-Beitrag von Jürgen Deppe

 

Zum Artikel: http://www.mdr.de

"artour"-Beitrag von Jürgen Deppe: MDR, 25.10.2012

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MARTIN BORMANN

 

Ein Vierteljahrhundert nach der letzten größeren Biografie Martin Bormanns (J. von Lang: BA
2/78, überarbeitete Neuauflage 1987) füllt der unermüdlich zur NS-Zeit publizierende freie
Autor mit diesem neuen Anlauf eine Lücke. Auf der Basis zum Teil neu
erschlossener Quellen zeichnet Koop das Bild eines skrupellosen Schreibtischtäters, der es
als Leiter der Partei-Kanzlei der NSDAP und später "Sekretär des Führers" geschickt
verstand, sich Hitler unentbehrlich zu machen, und der, obwohl öffentlich kaum präsent, als
zweitmächtigster Mann im Staat zu einer der meistgehassten und gefürchteten Figuren des
3. Reichs wurde. Die für ein breiteres Publikum sachlich und gut lesbar geschriebene
Biografie wird durch zahlreiche Schwarz-Weiß-Abbildungen sowie ausführliche Quellenzitate
im Text aufgelockert. Im Anhang ein Organisationsplan der Partei-Kanzlei,
Auswahlbibliografie und annotiertes Personenverzeichnis.

 

Beitrag von Engelbrecht Boese: ekz.bibliotheksservice, 05.11.2012

 

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BORMANN. PIERWSZY PO BESTII.

Groźby procesu czy grzywny nie odstraszały dziennikarzy i przez dwie dekady kolejne gazety rozpisywały się, jak to sekretarz Hitlera, szef kancelarii NSDAP i człowiek, który w ostatnim okresie istnienia III Rzeszy uchodził za drugą osobę w państwie, zdołał uciec z oblężonego Berlina. Widziano go rzekomo w lasach tropikalnych Ameryki Południowej, w Brazylii, Argentynie, w rzymskich klasztorach albo na Wyspach Zielonego Przylądka. Zachodnioniemiecka policja sprawdziła w sumie 6,4 tys. donosów. Podobnie postępowały zachodnie i radzieckie służby specjalne, zdarzało się, że aresztowano Bogu ducha winnych ludzi. Rozkopywano groby i ekshumowano ciała, tylko po to by stwierdzić, że to znowu pudło. Za informacje o Bormannie władze RFN oferowały 100 tys. marek nagrody.

Reinhard Gehlen, szef zachodnioniemieckiego wywiadu BND, był przekonany, że wszelkie tropy są fałszywe, a Bormann dobrze sobie żyje w ZSRR. "Był najważniejszym radzieckim agentem w III Rzeszy" - uważał Gehlen i nie był w tym odosobniony - o ucieczce Bormanna do Moskwy mówił jego brat Albert oraz kilku byłych wysokich rangą oficerów SS.

Ślad po nim zaginął, odkąd 1 maja 1945 r. opuścił bunkier pod kancelarią Rzeszy. Hitler nie żył już wówczas od kilkunastu godzin, a wyznaczony na mocy testamentu Führera na jego następcę Joseph Goebbels wkrótce razem z żoną Magdą popełnił samobójstwo, zabijając uprzednio szóstkę swoich dzieci. Bormann z kilkoma towarzyszami próbował uciekać, posuwając się za czołgiem typu Tiger, który po przejechaniu około kilometra został zniszczony. Sekretarz Hitlera szedł jednak dalej i część świadków zeznała później, że widziała jego ciało, ale inni tego nie potwierdzali. Właśnie z tego powodu prokuratorzy oskarżający w procesie norymberskim uznali, że skoro nie można wykluczyć, że Bormann żyje, to musi on być sądzony zaocznie. Żeby procedurze stało się zadość, zarzuty popełnienia przez niego zbrodni przeciwko ludzkości, pokojowi i zbrodni wojennych odczytywano w październiku 1945 r. w radiu oraz opublikowano w gazetach ukazujących się w Berlinie oraz Halberstadt. Czyli w mieście, w którym Bormann mieszkał w 1945 r. i w którym się urodził w 1900 r. "Jeśli zostanie uznany za winnego, wyrok zostanie wykonany bez kolejnej rozprawy po odnalezieniu" - brzmiał ostatni akapit przesłania. Rok później trybunał norymberski skazał go na śmierć wraz z innymi nazistowskimi dygnitarzami.

Powojenne poszukiwania Bormanna Volker Koop, dziennikarz i autor kilkudziesięciu książek poświęconych historii Niemiec, opisał w biografii noszącej podtytuł "Pierwszy po bestii". Jak na niemieckiego badacza przystało, jest to solidna, pozbawiona emocji analiza jednej z najważniejszych postaci III Rzeszy. Zdaniem Koopa wśród ludzi należących do elity III Rzeszy żaden paladyn Hitlera nie budził takiego strachu i nienawiści jak Bormann. Konsekwentnie budował pozycję kierowanej przez siebie kancelarii NSDAP i z biegiem czasu podporządkował sobie całą administrację, którą do końca wojny strofował, że nie robi dość dla ostatecznego zwycięstwa. Kontrasygnował wszelkie decyzje Hitlera i był obecny na każdej audiencji udzielanej przez Führera. O tym, kto mógł stanąć przed wodzem, decydował właśnie Bormann.

Karierę nazisty zaczynał w 1927 r. jako rzecznik prasowy NSDAP w Turyngii - z miernym rezultatem, bo mówcą był słabym. Za to jako organizator od początku odnosił sukcesy - w 1928 r. w Monachium utworzył ubezpieczalnie dla bojówek SA, z której zapomóg korzystali członkowie SA ranni w starciach ulicznych z przeciwnikami politycznymi. Potem uruchomił kasę zapomogową NSDAP, a po przejęciu władzy przez nazistów został bliskim współpracownikiem Rudolfa Hessa, wówczas zastępcy Hitlera. W 1934 r. wszedł do najbliższego kręgu Hitlera - zyskał jego łaski, gdy z powodzeniem nadzorował rozbudowę alpejskiej posiadłości wodza w Berghofie. Po samowolnym locie Hessa do Wielkiej Brytanii 19 maja 1941 r. stał się jeszcze bliższy Führerowi, a zyskując prawo dopuszczania przed jego oblicze poszczególnych dygnitarzy, mógł sterować walkami koterii. Odegrał wielką rolę przy rozpoczęciu "ostatecznego rozwiązania kwestii żydowskiej", a także przy inicjowaniu represji przeciwko Polakom. Zwykli Niemcy nie mieli jednak o tym pojęcia. Gazety ani radio nie dawały jego przemówień, w księgarniach nie było jego książek, a fotografie Bormanna nie trafiły nawet do dołączanych do papierosów kolekcji zdjęć najważniejszych dostojników.

Jeszcze w listopadzie 1972 r. brytyjska bulwarówka "Daily Express" w sensacyjnym tonie pisała o odnalezieniu Bormanna w Ameryce Południowej. Pod nazwiskiem Ricardo Bauer miał na wielką skalę prowadzić interesy w Argentynie i Chile. Rok później niemieccy eksperci zrekonstruowali twarze czaszek wydobytych z grobu przy Lehrter Bahnhof w Berlinie Zachodnim. Jedna z nich na tyle przypominała Bormanna, że rząd uznał go za zmarłego. W 1998 r. jego śmierć potwierdziły badania DNA.

 

Volker Koop
tł. Bartosz Nowacki
Prószyński i S-ka 2015
Książka jest do nabycia w formie e-booka na publio.pl