Neuerscheinung
 
 

KEIN KAMPF UM BERLIN?
Deutsche Politik zur Zeit der Berlin-Blockade 1948/1949

 

"Sind Ihnen die Kosten zu hoch? Wollen Sie damit etwa die Anregung geben, dass sich die alliierten Mächte aus Berlin zurückziehen sollen?" Als der amerikanische Militärgouverneur Lucius D. Clay am 30. September 1948 den (west-)deutschen Ministerpräsidenten diese Frage stellte, hatte er mit wenigen Worten den Kern damaliger westdeutscher Politik getroffen: Denn die Unterstützung Berlins zur Überwindung der Blockade konnte - selbst wohlwollend - allenfalls als zögerlich bezeichnet werden. Der Kampf um die Freiheit Berlins war in den Westzonen in erster Linie ein Kampf ums Geld.

Eine unbefangene Bewertung der Dokumente legt die Vermutung nahe: Ohne die permanente massive Einflussnahme General Clays und seines britischen Pendants Robertson hätte manch verantwortlicher westdeutscher Politiker 1948/49 West-Berlin preisgegeben.

Das Buch weist nach: Amerikaner und Briten waren es, die gegen manche deutsche Widerstände die Freiheit West-Berlins erhalten haben und der Stadt damit die für die Wiedervereinigung wichtige Klammerfunktion ermöglichten. Dabei wird dokumentiert: das politische Geschehen in Westdeutschland zur Zeit der Blockade; die Auswirkungen der Blockade auf das Großstadtleben sowie die teils dramatischen Folgen für die Versorgung der Menschen in der sowjetischen Besatzungszone und das Denken und Handeln der SED in den elf Monaten der Belagerung, in denen Klassenkampf und eine Zementierung der Teilung Berlins Vorrang hatten.

Zu den Rezensionen

Cover des Buches: Kein Kampf um Berlin? Deutsche Politik zur Zeit der Berlin-Blockade 1948/1949
Gebunden mit Schutzumschlag, 563 Seiten mit zahlreichen Dokumenten und Fotos

Bouvier, Bonn 1998
ISBN 3-416-02754-X