Neuerscheinung
 
 

9"DEN GEGNER VERNICHTEN"

Der 13. August 1961 ist jedermann noch in Erinnerung. An diesem Tag suchte das SED-Regime durch Mauerbau und gewaltsame Grenzbefestigungen die Teilung Deutschlands zu perpetuieren. Nicht ohne Zufall begann der Prozess der deutschen Einheit mit der Öffnung der Berliner Mauer im Herbst 1989. Obwohl sich die DDR international auch zur Freizügigkeit der Menschen verpflichtet hatte, verloren Hunderte von Menschen ihr Leben bei dem Versuch, die DDR zu verlassen, in den Westen zu gelangen. In diesem Sinne stellten das Grenzsystem und der Schießbefehl das wohl traurigste Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte dar.

Mit diesem Buch werden die Geschichte, die Grundlagen und die vielfältigen infamen Techniken dieses Grenzsystems von einem Autor akribisch vorgestellt, der sich längst auch durch andere Publikationen zur Geschichte der ehemaligen DDR als besonderer Kenner der innerdeutschen Teilung und Vergangenheit erwiesen hat. [...] "Den Gegner vernichten" - dies war die erklärte Devise, die die schäbige Brutalität des SED-Regimes offenkundig macht und die nicht vergessen werden darf. So sehr viele heute zu Bagatellisieren und Verdrängen dies traurigsten Kapitels der jüngsten deutschen Geschichte neigen, vergessen werden darf dies alles nicht. Darauf haben nicht nur die Opfer jenes Regimes einen Anspruch, hieran hat sich vor allem der endlich gesamtdeutsche Realität gewordene Rechtsstaat zu beweisen.

Volker Koop leistet mit diesem Buch zu alledem einen herausragenden, ja einzigartigen Beitrag, Denn eine derart komplette, historisch voll abgesicherte Darstellung des Grenzregimes der ehemaligen DDR und aller ihrer Scheußlichkeiten hat es bisher nicht gegeben. Dies alles unwiderleglich aufgezeichnet und damit auch für künftige Generationen bewahrt zu haben, ist das besondere Verdienst dieses wahrhaft wichtigen Buches.

Prof. Dr. Rupert Scholz, Verfassungsrechtler und Bundesminister a.D. (Veröffentlicht in: Die Welt)