Neuerscheinung


22DIE EHE, ALS SATANISCHE VERANSTALTUNG BETRACHTET

Mit dem "Lebensborn" wollte Heinrich Himmler die Geburtenrate erhöhen und eine "neue Volksmoral" begründen. Jetzt legt Volker Koop aufgrund von Archivfunden die bisher gründlichste Darstellung der SS-Organisation vor

Dieses Buch erscheint zu spät. Bei zeitiger Lektüre hätte womöglich ein südwestdeutscher Ministerpräsident es sich noch einmal überlegt, ob er gut beraten war, sein Ländle als „Kinderland" zu positionieren. „Deutschland muss wieder Kinderland werden" war nämlich auch der Wahlspruch des Leiters des ersten nationalsozialistischen „Lebensborn"-Heimes. Womöglich hätte auch eine norddeutsche Fernsehmoderatorin ihre Gedanken zu Hitlers Familienpolitik noch einmal bedacht. Hier nämlich lesen wir: „Die Würde von Frau und Mann, besonders der Frau, spielte für die Nationalsozialisten keine Rolle, sie brauchten Kinder und nochmals Kinder" - Kinder für den Endsieg.

Früher hätte dieses Buch aber nicht erscheinen können. Der Berliner Zeithistoriker Volker Koop musste sich auf eine lange Reise begeben zu den Archiven der Republik. In Berlin, München, Potsdam, Stuttgart, Hannover, Leipzig und zehn weiteren Orten wurde er fündig. Entstanden ist eine gedrängte, außerordentlich instruktive Darstellung, die fast nur auf Archivfunden beruht. Bedauern mag man, dass keine Diskussion mit der Fachliteratur stattfindet. Das neu entdeckte Material entschädigt dafür reichlich.Schreibimpuls war wohl des Autors Zorn über die „arglosen" Richter von Nürnberg. Bei den Kriegsverbrecherprozessen kam es zu keiner einzigen Verurteilung wegen Aktivitäten für die SS-Organisation „Lebensborn e.V." Deren Selbstbild wurde Teil des Freispruchs, in dem es heißt, der Verein sei eine „Wohlfahrtseinrichtung und in erster Linie ein Entbindungsheim" gewesen; er habe „im Allgemeinen keine ausländischen Kinder ausgewählt und überprüft".

Zum gegenteiligen Ergebnis gelangt Volker Koop. Der „Lebensborn" war demnach „wesentlich an der Deportation der Kinder und Jugendlichen" in den besetzten Ländern Ost-, Nord- und Westeuropas beteiligt. Koop nennt den Verein ein Wirtschaftsunternehmen und eine verbrecherische Organisation, die „allein der nationalsozialistischen Rassenpolitik diente". Alles andere wäre kaum plausibel, denn, wie Koop zurecht schreibt, „Heinrich Himmler war sozusagen der ,Lebensborn'. Damit wurde der Rassenhass Geschäftsgrundlage.

Für „Art und Rasse" sollte jeder SS-Mann mindestens vier Kinder zeugen

Der  „Reichsführer SS" schwadronierte von der „Frage des Kindes" als der „Lebensfrage der Nation", dachte dabei jedoch nur an „gutrassige Kinder" mit „bestem Blut". Uneheliche Geburten wollte er im Namen einer antibürgerlichen, antichristlichen „neuen Volksmoral" aufwerten. Wo auch immer ein deutsches Kind zur Welt komme, gebühre der Mutter Respekt, der „Hüterin unserer Art und Rasse". Mit dieser Formulierung aus einer Dienstanweisung für die Heime des „Lebensborn" ist deren ganzer Zweck ausgesprochen. Kein „Volksgenosse" sollte verloren gehen, keine Abtreibung nötig sein. Deshalb gründete Himmler im Dezember 1935 den „Lebensborn". Das erste und größte Heim wurde am 15. August 1936 im oberbayerischen Steinhöring bei Ebersberg eröffnet.

Bis Kriegsende kamen in den acht Mütter- und zwei Kinderheimen im „Altreich" rund 11 000 Menschen zur Welt. Von den Niederlassungen auf besetztem Gebiet gibt es keine exakten Zahlen. Allein in Dänemark und Norwegen wurden jeweils rund 6000 Kinder betreut und indoktriniert. Diese waren Waisen, „erscheinungsbildlich und erbbiologisch besonders wertvoll" und somit einer „Eindeutschung" fähig, wie es im NS-Jargon hieß. Oder es handelte sich um Kinder von Wehrmachtsoldaten und einheimischen Frauen.

Kinderraub und Kinderumerziehung ließen sich längst nicht mit der Satzung vereinbaren. Der „Lebensborn" sollte diskret außereheliche Geburten ermöglichen. Der SS-Mann konnte seine Geliebte, überdurchschnittlich oft eine Angestellte, entbinden lassen, ohne dass die Ehefrau davon erfuhr. Himmler hatte als Norm ausgegeben, die „Pflicht gegenüber seinen Ahnen und unserem Volk" erfülle nur, wer mindestens vier Kindern das Leben schenke - ob innerhalb oder außerhalb der Ehe, mache keinen Unterschied. Die Monogamie schalt Himmler „das satanische Werk der katholischen Kirche". Nie jedoch war der „Lebensborn" jene Zuchtanstalt zum organisierten Beischlaf, als die er in mancher Phantasie weiterlebt bis heute. Die im Schnitt 25 Jahre alten Frauen, die zwischen zwei und 15 Wochen blieben und ihr Kind zur Adoption freigaben oder es nach einer Frist zu sich holten, wurden ideologisch unterrichtet. Einem Schulungsplan aus dem Heim „Friesland" bei Bremen zufolge behandelten Pflichtveranstaltungen die „Feinde des deutschen Volkes", also „das Judentum, das Untermenschentum, die Freimaurerei, den Bolschewismus".

Statt Taufen fanden „feierliche Namensgebungen" statt. Der Heimleiter hielt einen SS-Dolch über das Baby und fragte: „Deutsche Mütter, bist du bereit, dein Kind zu erziehen im Glauben an Adolf Hitler?". Anschließend trank man Kaffee. Der „Lebensborn" war nicht nur eine deutsche, sondern auch eine bayerische Angelegenheit. Neben dem gebürtigen Münchner Heinrich Himmler stand ein Arzt aus Kirchseeon an der Spitze, Gregor Ebner. Und „vor allem in München war der ,Lebensborn' Nutznießer beschlagnahmten jüdischen Eigentums". Die Zentrale befand sich von Dezember 1937 bis Dezember 1938 in der Poschingerstraße 1, in der enteigneten Villa Thomas Manns, anschließend in der Herzog-Max-Straße.

Ebner nahm auch die „rassenbiologische" Bewertung von Kindern vor, die aus Polen oder vom Balkan in ein Heim gebracht worden waren. Sein Urteil konnte Zwangssterilisation, Zwangsadoption oder den Tod in einer Euthanasieanstalt bedeuten.Leider ist die Lektüre nicht nur wegen des Themas eine zähe Angelegenheit. Koop zählt nicht unbedingt zu den Stilisten, die Gliederung ist ungeschickt, und im Dickicht der Zahlen hätte man sich einen beherzteren Dirigenten gewünscht. Doch das schmälert die Bedeutung dieser Fleißarbeit keineswegs. Der nimmermüde Gang zu den Quellen hat sich gelohnt. Die typisch nationalsozialistische Verquickung von Terror und Modernität, Rassenhass und Fürsorge, Mord und Reinlichkeit wird nirgends so deutlich wie an der Geschichte des „Lebensborn".  

Aleaxander kissler, Süddeustche Zeitung, 9. Oktober 2007
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GEHEIME ZUCHTANSTALTEN DER SS?

Volker Koop räumt in dem Buch "Dem Führer ein Kind schenken" mit Gerüchten auf

In einem ehemaligen Kinderheim des Caritasverbandes in Steinhöring wurde am 15. August 1936 das Heim „Hochland", das erste Heim der „SS-Organisation Lebensborn", eröffnet. War es eine geheime Zuchtanstalt, in denen blonde, blauäugige SS-Männer ebenso blonde Frauen schwängerten, um rassereinen Nachwuchs zu produzieren? Diese Vorstellung herrscht auch heute noch über die Lebensborn-Heime der Nationalsozialisten vor. Eine Vielzahl von Gerüchten, Legenden und Mythen rankten sich bereits Anfang der 40er-Jahre und vor allem später in der Nachkriegszeit um die SS-Organisation Lebensborn e. V.

Damit räumt der Zeithistoriker und Journalist Volker Koop in seinem neuen Buch „Dem Führer ein Kind schenken — Die SS-Organisation Lebensborn e. V." gründlich auf. Doch die Wahrheiten, die er aufdeckt, sind nicht besser als die Gerüchte. Die Einrichtungen waren keine „Begattungsheime", aber sie waren Teil der unmenschlichen Bevölkerungspolitik der Nationalsozialisten.Der Verein Lebensborn e. V. wurde Ende 1935 von einem der mächtigsten Männer des NS-Regimes, Reichsführer-SS Heinrich Himmler, ins Leben gerufen, angeblich um unehelichen Müttern und Kindern zu helfen. „Unehelichen Müttern sollten die Lebensborn-Heime die Möglichkeit bieten, der ,Schande' in ihren Heimatorten zu entgehen ... Doch dies war nur die eine Seite der Medaille. Denn auf der anderen Seite nutzten gerade SS-Angehörige der höheren Dienstgrade und andere Funktionsträger des NS-Staates den Lebensborn, um von ihnen geschwängerte Geliebte unauffällig ihr Kind bekommen zu lassen, ohne dass die Ehefrau davon erfuhr", führt Volker Koop aus.

In Deutschland und dem angeschlossenen Österreich verfügte der Lebensborn über acht Mütter- und zwei Kinderheime, ausgerichtet auf 100 Geburten monatlich. Etwa 11000 Kinder erblickten dort das Licht der Welt. Der Verein habe dabei Vormundschaft für 5500 Kinder übernommen, so Koop. Zu den besonders düsteren Kapiteln des Lebensborn e. V. gehört die Beteiligung an den so genannten „Eindeutschungsaktionen". Eine ihrer Hauptaufgaben bestand nach Beginn des Zweiten Weltkriegs in der Verschleppung von „rassisch wertvollen" Kindern aus den besetzten Gebieten, besonders in Polen, der Tschechoslowakei, Jugoslawien und Russland. Dabei wurden aus den besetzten Gebieten „rassisch" geeignete Kinder entführt, dann in den Heimen ihrer Identität beraubt, „eingedeutscht" und meist deutschen Pflegeeltern übergeben.

Volker Koop beweist dies mit einer Vielzahl von Einzelfällen. Dieser Komplex steht im Mittelpunkt des Buches, weniger die angeblich karitative Betreuung unehelicher Mütter in Deutschland, Norwegen, Frankreich, Belgien, den Niederlanden und Luxemburg. Koop beschreibt weiter den ideologischen Hintergrund und das Umfeld, in dem dieser SS-Verein entstand und zeigt ihn als Teil der menschenverachtenden Rassenpolitik der Nationalsozialisten, in der aus bevölkerungspolitischen Motiven ein Kultus der Mutterschaft proklamiert wurde und auch die unverheiratete Frau zur außerehelichen Mutterschaft ermutigt wurde. Koop: „Um Hitler künftige Divisionen zu sichern, war es erforderlich, die Zahl der ledigen Mütter und damit der unehelichen Kinder allgemein zu erhöhen."

Hitler selbst plädierte, um besten Nachwuchs zu bekommen, auch für die Doppelehe von Kriegshelden. Volker Koop beschreibt ausführlich, wie der Lebensborn e. V. mit Hilfe der Gestapo jüdischen Besitz konfiszierte und dort die Heime einrichtete. Thomas Manns beschlagnahmtes Münchner Haus diente als Sitz des Vereins. Nach dem Krieg wurden die Verantwortlichen des Lebensborn kaum für ihre Taten belangt. Die Richter der Alliierten bei den Nürnberger Prozessen sahen den Verein als Wohlfahrtseinrichtung an. Der Anteil an den Kindsentführungen wurde nicht aufgedeckt.

Volker Koop geht auch auf die Schicksale der Kinder und Mütter nach dem Krieg ein. Kinder suchten als Erwachsene nach ihrer wahren Identität. Viele schlössen sich besonders in den skandinavischen Ländern zusammen, um ihre Interessen zu verfechten. Koop berichtet auch, wie in Norwegen Kinder deutscher Soldaten und ihre norwegischen Mütter heftig schikaniert und ausgegrenzt wurden. Mit diesem Band liegt eine fundierte, wissenschaftliche Gesamtdarstellung der SS-Organisation vor, die viele bisher nicht erschlossene Quellen berücksichtigt. Sie stellt sachlich und nicht reißerisch den praktizierten Rassenwahn der SS-Organisation Lebensborn, deren Hintergründe, Aufbau und Organisation, aber auch das Schicksal der Betroffenen

Oberbayerisches Volksblatt, Rosenheim, 6. Oktober 2007
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DEM FÜHRER EIN KIND SCHENKEN. DIE SS-ORGANISATION LEBENSBORN E.V.

Aus Polen holte man sich gewissermaßen Herrenmenschen auf Probe. Dort, wo nach Vorstellungen Heinrich Himmlers der Bevölkerung nur noch das Rechnen bis 500, das Schreiben des Namens und das „Gottesgebot" des Gehorsams gegenüber den Deutschen vermittelt werden sollte, hielt die SS Ausschau nach „eindeutschungsfähigen Kindern".

Über den Verein Lebensborn e.V. ging es in erster Linie um Waisenkinder, denen aufgrund äußerlicher Merkmale „Gutrassigkeit" und im Zweifel die Abstammung von Volksdeutschen attestiert wurde. Entführt aus Heimen und polnischen Pflegefamilien unter dem Vorwand „gesundheitlicher Gefährdung", brachte man sie mit dem Ziel der Adoption ins Deutsche Reich, Kinder, die nicht „einschlugen", so sahen es die Anweisungen für diese Operation vor, sollten in polnische Familien zurückgegeben werden können. Und nicht immer waren die Kinder tatsächlich elternlos.

Koop hellt diese Fälle auf. Selbst wenn es sich bei den „eingedeutschten" Kindern in den meisten Fällen um Waisen handelte, waren sie keineswegs immer „bindungslos". Oft wurden sie aus den Händen polnischer Pflegeeltern entführt, denen vorgelogen wurde, „dass die Kinder auf Schulfreiplätzen bzw. in Erholungsheimen untergebracht würden".

Die Vornamen der Kinder wurden eingedeutscht, sie durften nicht mehr polnisch sprechen, und ihnen wurde vermittelt, dass sie Deutsche seien und jetzt zu ihrem Deutschtum zurück fänden. Diese Gehirnwäsche misslang zumindest bei größeren Kindern. Koops detaillierte Untersuchung wirft Licht auf eine wichtige Institution der nationalsozialistischen Bevölkerungspolitik.  

Ansgar Graw, Die Welt 9. Februar 2008
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DES NATIONALSOZIALISMUS`LIEBSTES KIND

Steinhöringer zeigen bei Buehvorstellung über die Geschichte der Lebensbomheime großes Interesse an der Nazi-Vergangenheit ihres Ortes

Steinhöring: Wenn ein Mensch an seinen Geburtsort zurückkehrt, ist es nachzuempfinden, dass er „besonders berührt" ist. Helga K. versucht mit diesen Worten aber nicht die Wucht wehmütiger Erinnerungen an Stätten der Kindheit, an verlorene Geborgenheit zu beschreiben. Sie hat hier nur wenige Monate verbracht und niemals Eltern oder Verwandte gehabt. Die 67-jährige Frau will nur das in Worte bringen, was allein gedanklich kaum zu fassen ist: Sie ist im rein buchstäblichen Sinne ein Kind des Nationalsozialismus. Nur weil sie 1941 in einer Einrichtung geboren wurde, die nach Ende des Dritten Reiches zum Inbegriff des nationalsozialistischen Rassenwahns wurde: dem Lebensbornheim in Steinhöring.

Dass die Münchnerin an diesem Abend allerdings die kleine Landkreisgemeinde privat besucht, hat weniger mit Neugierde zu tun. erinnert in dem heutigen Betreuungszentrum für behinderte Menschen doch fast nichts mehr an die braune Vergangenheit. Helga K. hat den Weg vielmehr auf sich genommen, weil sie sich ,,neue Erkenntnisse für mich als Betroffene" erhofft, wie sie im Gespräch bekennt. Diese Hoffnung knüpft sie an den Publizisten Volker Koop, den der Vorsitzende des historischen Vereins für den Landkreis Ebersberg. Bernhard Schäfer, als Mitveranstalter ganz bewusst an diesen „authentischen Ort" eingeladen hat. Schließlich bekommt der Berliner die Gelegenheit, sein neues historisches Buch vorzustellen, welches schon imTitel offenbart, dass Steinhöring darin keine kleine Rolle spielt: „Dem Führer ein Kind schenken - die SS Organisation Lebensborn".

Koop versuchte in seinem Vortrag vor allem, mit falschen Vorstellungen über diesen von Heinrich Himmler gegründeten und dann staatlich unterstützten Verein aufzuräumen: Zum einen seien Lebensbornheime keine caritativen Einrichtungen gewesen: „Es ging nicht darum, Frauen etwas Gutes zu tun. Es sollten Soldaten für den Führer geschaffen werden." Zum anderen sei das Bild von Begattungsanstalten aber auch ein falsches.

In einem Haus wie dem „Heim Hochland" in Steinhöring, dem ersten seiner Art, konnten verheiratete, und vor allem ledige Frauen ihre Kinder anonym zur Welt bringen, wenn sie und die Väter die rassenideologischen Vorgaben erfüllten. Die Nazis hätten ausschließlich Kinder „guten Blutes" gewollt, so Koop. Kinder, die dann die Mütter nicht behalten mussten. Die Frauen konnten sie zur Adoption frei- oder in Pflegefamilien abgeben. Meist waren die neuen Eltern SS-Angehörige. So auch bei Helga K., die ihre leibliche Mutter wie die Familie, die sie ein halbes Jahr nach der Geburl zu sich nahm, zur „Nazi-Elite" zählt. Aber die Münchnerin kennt wenigstens ihre Herkunft. Das sei Vielen nicht gegeben, wie der Publizist zu der für ihn „fürchterlichsten Erscheinung" des Lebensborn überleitet: der „Eindeutschung" von Kindern aus den besetzten Gebieten. Hier veranschaulicht Koop eindringlich, wie „schwer es für diese Menschen ist. ihre Wurzeln zu finden". Wurde etwa ein polnisches Kind für „eindeutschungsfähig" erachtet, erhielt es zunächst einen neuen Namen, später dann den von den Adoptiveltern. Und nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches konnte es sein, dass ein Kind über die internationale Flüchtlingskommission in ein anderes Land der Vereinten Nationen kam - und damit ein polnischer Junge in Australien seine vierte Identität erhielt.

Als die Amerikaner im Mai 1945 das Steinhöringer Heim besetzten, fanden sie laut den Recherchen des Publizisten 163 Kinder vor -17 von ihnen seien „auf andere Nationen aufgeteilt worden" Koop macht über bald zwei Stunden wahr, was er anfangs angekündigt hat: Er stellt die Lebensborn-Organisation „in den Gesamt Zusammenhang der Politik der Nazis", findet auch zu dem Schluss, dass die damit verbundenen bevölkerungspolitischen Ziele nicht erreicht wurden, spart aber lange jenen Ort aus, den er für seine Buchvorstellung aufgesucht hat: Steinhöring. Und so mochte es nicht verwundern, dass das Publikum unruhig wurde. Denn die meisten der gut 200 Zuhörer in der brechend vollen Mehrzweckhalle des Betreuungszentrums waren vermutlich gekommen, um Details über das Heim „Hochland" zu erfahren. Aber ausgerechnet zu Steinhöring will der Referent „nicht all- zu viel sagen", weil er davon ausgeht, dass „Viele unter uns genügend darüber wissen" Koop verweist auf den örtlichen Heimatverein, der in der Tat Schautafeln aufgebaut hat, welche die Geschichte des Geländes am Ortseingang Revue passieren lassen: vom Lagerbierkeller über ein Caritasheim zur Lebensborn-Einrichtung, nach dem Krieg Kinderkrankenhaus und schließlich Betreuungszentrum für Behinderte.

Einen regionalen Bezug beleuchtete Koop indes ausführlicher: den Aufstieg des vormaligen Kirchseeoner Arztes Gregor Ebner vom Chef des Steinhöringer Hauses zum ärztlichen Leiter des Lebensborn-Vereins, ausgestattet mit einer „immensen Machtstellung" innerhalb der SS-Organisation. Am Ende hätte sich zwar auch Helga K. mehr Informationen über Steinhöring gewünscht, doch lobt sie Koops Vortrag und Buch als "sehr fundiert". Die 67-Jährige fühlt sich bestätigt, in dem, „was sie „schon recherchiert " und niedergeschrieben hat. Für das Steinhöringer Lebensbornkind ist ihre Geschichte dann erst vorbei, wenn sie für ihr Manuskript einen Verlag gefunden hat.       

Christian Hufnagel, Süddeutsche Zeitung, Ebersberg, 23. Februar 2008
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BERICHT AUS ENGLAND

Revealed: Nazi scheme to kidnap 'Ayran' children from occupied countries

A chilling new book about Hitler's Lebensborn Programme - the sinister project to create the perfect Ayran race to rule the world for 1,000 years - shows the Nazis kidnapped thousands of children from occupied countries to fill the demand forfuture manpower. Lebensborn, or Fount of Life, was hitherto thought to be just a breeding Programme where S.S. 'studs' mated with suitable female specimens in Nazi nursing homes.

Nine months later the offspring were turned over to the State to be brought up in an all-Nazi environment. These budding supermen were supposed to grow up to be hard, cruel Standard bearers of Hitler's 'New Order' in Europe.But eminent German historian Volker Koop says in his new book 'Give a Child to the Fuehrer - the Lebensborn Organisation' that the S.S.-run group kidnapped thousands of children from occupied lands and murdered those that quack racial "experts" back in the Reich deemed "unfit for Germanisation."

"Lebensborn was anything but a mechanism for simply promoting the procreation of healthy, vigorous Ayran warriors," said Koop. "It was a criminal Organisation and served primarily the racial-political illusion concepts of Hitler and Himmler."Heinrich Himmler, lord of the S.S., created Lebensborn in 1935. German birthrates were stagnating as opposed to those in the Soviet Union, the sworn enemy of the fledgling National Socialist State.

Koop uncovered documents in the federal archives in Germany which show that Himmler wanted to halt what he termed an "abortion epidemic" in Germany - 600,000 a year - and create homes where pregnant women could deliver their child and their leave it behind for the State to care for. Koop says the myth was that Lebensborn merely concentrated on S.S. men siring children with good Germanic maidens when "in reality it was a gigantic kidnap machine too."On 25 July 1942, for example, Himmler instructed children from Slovenia to be sent back to the Reich. Their fathers had been shot for taking part in partisan operations against the Nazis, the mothers sent to concentration camps.

The children, 600 of them aged between six and 12, were handed over the Lebensborn officials. Kopp found the list in a federal archive along with notations from SS Hauptsturmfuehrer George Roedel who marked next to each name "parents shot."Roedel arranged for those considered Ayran enough to be "Germanised" to be adopted by party and S.S. functionaries. Hans von Mann, Nazi leader of Munich, was assigned two of the children, the documents reveal.The fate of many others is unclear but those not considered Germanic enough were probably shipped off to die in concentration camps.

Koop says the Lebensborn Programme took Charge of the 'Lidice children" - the orphans of one of the greatest massacres of World War Two when the Czech village of Lidice was destroyed and all its inhabitants executed or imprisoned over suspicions they had aided the British intelligence operatives who killed Czech S.S. leader Reinhard Heydrich.On 21 June 1943 Himmler and Lebensborn chief Max Sollmann met in Prague with SS Obergruppenfuehrer Karl Hermann Frank to oversee "the supply, education and accommodation of Czech children whose parents had to be executed because they were members of the resistance."Himmler ordered that 98 orphaned Lidice children should be examined for their "ablity to become German." Nazis used many quack methods to determine this, such as measuring the nose and thickness of the skull. He also ordered that those "bad" children among them should be sent to a concentration camp. In the end only 13 of the Lidice children were considered good enough to become "Germanised."

Koop said Poland was the main hunting ground for the Lebensborn child-stealers who began emptying orphanages as soon as the panzers which overran the country in September 1939 had moved on. "We must look especially for children who are suitable for Germanisation," said Himmler in a secret memo which Koop unearthed in a federal archive in Munich. And in a speech in October 1943 in Bad Schachen, again not reported until now, Himmler told S.S. men it was an "Obligation to take such children out of their environment even if it means stealing him or her." Such children were given German names.Koop says that the Programme ultimately failed to provide the manpower that Hitler wanted for his future legions: only 11,000 were born in Lebensborn homes and the kidnapped children ended up lost, murdered or, in some lucky cases, were reunited with their families at the end of the war.

By Allan Hall, Daily Mail, 10. Oktober 2007
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BERICHT AUS UNGARN

Teljesen félreismertük a Lebensborn, azaz Életforrás nevet viselő náci fajnemesítő programot - derül ki egy hamarosan megjelenő könyvből. A speciális szülőotthonok ugyanis csak a nácik által a megszállt országokban véghezvitt, szisztematikus gyerekrablások és -gyilkolások fedőszervét képezték.

Az Életforrás program az eddigi elképzelések szerint arról szólt, hogy az SS kiemelkedő tagjait a náci szülőotthonokban "fajtiszta" és minden szempontból megfelelő nőkkel hozták össze, majd a kilenc hónappal később megszülető gyermekeket pedig speciális körülményk között nevelték fel. Ezeknek a "szuperembereknek" kellett volna később uralni és vezetni Hitler Európáját.

Volker Koop német történész azonban a "Dem Führer ein Kind schenken. Die SS-Organisation Lebensborn" (Adj egy gyereket a Führernek - a Lebensborn szervezet) című, hamarosan megjelenő könyvében azt állítja, hogy mindez csak a figyelemelterelést szolgálta. Szerinte "a szolíd szülőprogram csak egy álca volt a valódi gyilkosságok fölött, és a Lebensborn valójában a Hitler és Himmler által táplált faji-politikai illúziókat szolgáló bűnszervezet volt".

Himmler a Lebensborn programot 1935-ben hozta létre. Minderre arra az indoklással került sor, hogy a nemzetiszocialista állam szülési rátája sokkal alacsonyabb volt, mint a szomszédos és ellenséges szláv nemzeteké. Koop a német szövetségi levéltárakból előásott dokumentumok alapján biztos benne, hogy Himmler minden eszközzel fellépett az abortuszok ellen (amelyekből csak 1935-ben 600 ezret végeztek el), és azt akarta, hogy a nők speciális otthonokban adjanak életet gyermeküknek. Hamar rájöttek azonban, hogy ez semmire sem lesz elég, így a fő célt a szisztematikus gyerekrablásokban jelölték meg.

1942. július 25-én az SS vezetője például arra adott utasítást, hogy vigyenek gyerekeket Szlovéniából a Birodalomba. A parancsban nyíltan fogalmazott: az apákat partizánmozgalmi vádakkal lőjék le, az anyákat pedig küldjék koncentrációs táborokba. A közel 600, 6-12 éves kor közti gyereket átadták a program vezetőinek - derül ki a Koop által talált dokumentumokból, ahol minden név mellett fel van tüntetve: szülők lelőve.

George Roedel SS százados az iratokban megörökítette azt is, hogy akik a vizsgálatok során eléggé árjának bizonyulnak, azokat a párt és az SS vezetői adoptálták. A többiek sorsa a mai napig ismeretlen, de Koop szerint akik nem bizonyultak elég árjának, azokat vagy helyben megölték, vagy koncentrációs táborokba vitték.

A könyv szerint az Életforrás program gondoskodott a Heydrich elleni merénylet miatt szisztematikusan elpusztított Lidice lakosainak gyerekeiről is. 1943. június 21-én Himmler és a program vezetője, Max Sollmann Prágában találkoztak Karl Hermann Frank SS tábornokkal, hogy felülvizsgálják a gyerekek ellátását, oktatását és alkalmazkodását. Himmler ekkor 98 gyerek azonnali árja-vizsgálatát rendelte el, és utasította Sollmannt, hogy aki nem felel meg a vizsgálatokon, azokat küldjék koncentrációs táborokba. A vizsgálatok végén 13-an bizonyultak megfelelőnek.

Koop szerint az Életforrás-vadászatok egyik legfőbb célpontja Lengyelország volt, ahonnan már 1939 szeptemberében megkezdődtek a begyűjtések. A program azonban végül ennek dacára is elbukott: az otthonokban 11 ezer gyerek született, akik sorsa aztán igen keserűen alakult a háború után. Az elrabolt gyerekek legtöbbje pedig vagy elveszett vagy meghalt, és a háború végén az élők közül is csak igen kevesen találkoztak újra családjukkal.
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BERICHT AUS ARGENTINIEN

Niños para el Führer

Un libro desvela los entresijos de Ia organización Lebensborn, que robaba niños polacos para someterlos a un proceso de germanización y a los no arios les esterilizaba

Ei libro del historiador alemán Volker Koop ha destapado una actividad del regimen nazi de Ia que había rumores y grandes indicios, pero no plena constancia. Se trata del proyecto de una organización secreta, liamada Lebensborn (Fuentes de Vida), del que formaban parte miembros de las SS, que se dedicaba al
robo de ninos extranieros con el pronósito de someterlos a un proceso de germanizatión De esta forma

Los que no presentaban el aspecto físico de la "raza superior" eran esterilizados y trasladados a campos de concentración.
Cantera nazi
Los nazis buscaban de esta forma rejuvenecer la nación para incorporar más adelante a sus filas a los niños capturados. El máximo Jefe de las SS, Heinrich Himmler, impulsor del proyecto, alertaba en 1940 del peligro que correría Alemania si no lograba incrementar su natalidad. "Hay que acabar con esa epidemia del aborto -dijo- sin la cual naceri'an cada año 600.000 niños más lo que corresponde a 18 o 20 regimientos militares".
Era tal la fe de esta organización en criar una cantera joven para sus futuros intereses que además disponía de residencias para mujeres solteras a las que se les encomendaba la tarea de reproducir. Selecdonadas con cuidado y adoctrinadas, se dejaban fecundar por jóvenes arios, algunos de ellos de las SS, como servicio a la patria.
Las mujeres, podían vivir con sus hijos en esos centros provistos de todas las comodidades (hasta sala de bautizo) con otras madres en las mismas circunstancias.
Los miembros de Lebesborn no murieron en la guerra y los aliados nunca les juzgaron por sus actividades a pesar de las evidencias que había del secuestro y esterilización de niños.

(30Noticias.com.ar)