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"Das ultimative Buch zum Werwolf"
Die NS-Organisation "Werwolf" war für Historiker bis vor kurzem der letzte weiße Fleck auf der Landkarte des braunen Imperiums. Arno Rodse hat zwar auf schmaler Quellenbasis 1980 ein Buch über den Werwolf" veröffentlicht, das noch viele Fragen offen ließ, "aber er konnte noch nicht wissen, dass sich in den Archiven der Staatssicherheit der DDR zahlreiche Originalakten zum "Werwolf befanden, deren Kenntnis erst ein fundiertes Bild dieser Einrichtung ermöglichen". So schreibt Volker Koop, Autor einer Studie über den NS-Lebensborn, im Vorwort zu seinem Buch, das wohl das ultimative zu dem Thema sein dürfte.
Hannes Schwengler, "Die Bevölkerung benimmt sich würdelos" in: Der Tagesspiegel, 8. Dezember 2008
"Das Standardwerk zumThema"
Der Historiker und Journalist Volker Koop zeichnet aufgrund von erst nach 1990 zugänglichen Archivmaterialien ein detailliertes Bild der von Legenden umrankten "Werwolf"-Gruppen, die 1944 und 1945 vornehmlich eigene Landsleute ermordeten.Der Autor legt mit seinem Buch eine überaus informative und sachliche Darstellung zum Thema auf Basis breiten Quellenmaterials vor. Damit schließt er eine Lücke im bisherigen Wissen über das in der öffentlichen Wahrnehmung von Legenden und Mythen überlagerte Phänomen "Werwolf". Hierbei zeigte sich auch, dass die Untergrundorganisation nicht primär mutig gegen feindliche Truppen operierte. Eher bestand die Mehrheit ihrer Taten in feigen Morden an eigenen Landsleuten. Zwar setzten sich die "Werwolf"-Gruppen aus Gestapo-Mitarbeitern, "Hitler-Jungen" und "Volkssturm"-Angehörigen zusammen, von ener Verankerung in der Bevölkerung konnte aber nicht gesprochen werden. Vielmehr bildeten die Untergrundorganisationen lediglich Einheiten, die den militärischen Untergang des "Dritten Reichs" noch einmal besonders blutig ausgestalten sollten. Dies hätte der Autor in seiner stark beschreibenden Arbeit analytisch noch stärker herausarbeiten können. Gleichwohl dürfte sein Buch auf längere Zeit das Standardwerk zum Thema bleiben.
Armin Pfahl-Traughber, - h/pd - humanistischer pressedienst, 6. November 2008
Dialektik des Scheiterns
Nunmehr hat der Journalist Volker Koop eine Studie vorgelegt, die das bisherige Bild der Forschung über den "Werwolf" im Großen und Ganzen bestätigt, aber auch neue Facetten hinzufügt. Im Unterschied zu älteren Darstellungen konnte er Akten aus der früheren DDR benutzen und hat die Nachkriegsverfahren gegen ehemalige Angehörige des "Werwolf" ausgewertet. Als besonders ergiebig erwiesen sich die bei der Birthler-Behörde erhaltenen Vernehmungen von Personen, die dem "Werwolf" zugerechnet wurden, durch Offiziere der Staatssicherheit. Auch hat Koop die Sendeprokolle des berüchtigten "Werwolf"-Senders, den Reichspropagandaminister Joseph Goebbels am 1. April 1945 ins Leben rief, ausfindig gemacht und vollständig abgedruckt. [Koop hat] eine flüssige, gut lesbare Studie zum ""Werwolf" vorgelegt, dessen Geschichte von einer eigentümlichen Dialektik gekennzeichnet war. Militärisch scheiterte der Versuch, einen nationalsozialistischen Partisanenkampf zu organisieren; propagadistisch hielt sich dessen Mythos bis in die Nachkriegszeit, was unter den Alliierten, in erster Linie unter den Sowjets, eine regelrechte "Werwolf"-Hysterie auslöste.
Armin Nolzen in: lieteraturkritik
Die Werwölfe Hitlers
Volker Koop deckt die Wahrheit über Himmlers NS-Organisation auf
Es war eine mythenumrankte Truppe, in der die Werwölfe organisiert waren. Gegründet hatte sie im September 1944 SS-Chef Heinrich Hmmler. Und so sollte es gehen: Beim Anrücken des Feindes sollten sich die Werwölfe - vor allem Hitlerjungen und Volkssturmleute - überrollen lassen und in kleinen Gruppen ämpfen. (...) Das entscheidende am Werwolf war die psychologische Bedeutung", so Koop.
3Sat, Kulturzeit, 16. Oktober 2008
NS-Geschichte
Die Anfrage in der Stasi-Unterlagenbehörde klang skurril: Der Publizist Volker Koop wollte über die "Werwölfe" schreiben, die NS-Sabotagetruppe der letzten Kriegsmonate. Wozu dann DDR-Akten einsehen? "Wer zum Werwolf recherchieren will, geht nicht zu Frau Birthler", erinnert sich Koop an die Verwirrung. "Aber das war die ergiebigste Quelle." Dokumente und Vernehmungsprotokolle (bis 1986) der Staatssicherheit mit Ex-Werwölfen, seit 60 Jahren verschlossen, konnte Koop auswerten.
So entstand ein Buch über "Himmlers letztes Aufgebot" , das mit dem Mythos aufräumt, der heute noch Neonazis fasziniert. Der zusammengewürfelte Haufen aus SS-Leuten, Fanatikern und Hitlerjungen , der im überrollten Großdeutschland die Besatzungstruppen durch Anschläge vertreiben sowie "Verräter" und Kollaborateure ermorden sollte, spielte militärisch überhaupt keine Role. Er hatte aber eine doppelte psychologische Wirkung.: Die Bevölkerung sollte nicht mit dem Feind zusammenarbeiten. Und den Besatzern in Ostdeutschland diente er nach dem Krieg als Argument für Verhaftung, Vrschleppung und Tötung verdächtiger Männer. Tausende Jugendliche kamen in den Speziallagern der Roten Armee um. Koop zeichnet die Schicksale nach.
Ab Herbst 1944 ließ SS-Führer Heinrich Himmler kleinste Sabotagegruppen ausbilden. Meistens fehlte es aber schon an Ausrüstung. Von angeblich 200 000 Werwölfen wurden nur wenige aktiv. Das berühmteste Attentat, die Ermordung des von den Amerikanern eingesetzten Aachener Oberbürgermeisters Franz Oppenhoff, "war nachweislich gerade keine Tat des Werwolfs", erklärt Koop. SS und Luftwaffe führten die Aktion.
Henning Krumrey in: Focus, 29. September 2008
"Himmlers letztes Aufgebot"
Im Herbst 1944, als der Krieg bereits verloren war, ordnete SS-Reichsführer Heinrich Himmler die Bildung der Organisation "Werwolf" an. Zivile und militärische Kräfte sollten aus dem Untergrund heraus mit Mord und Sabotageakten die Alliierten und deren Sympathisanten in Schach halten. Doch eine kriegsmüde Bevölkerung, die weit weniger behilflich war als erwartet und dazu Kompetenzstreitigkeiten zwischen SS, Wehrmacht und NSDAP ließen das Unternehmen mehr oder weniger scheitern.
Anfang '45 wurden doch noch vereinzelte "Werwölfe" in den Kampf geschickt. Isoliert und schlecht ausgerüstet waren sie jedoch bei Weitem nicht das, als was die Propagandamaschinerie sie angekündigt hatte. Goebbels hatte den alten Deutschlandsender als "Werwolf-Sender" aktiviert, der während der letzten Kriegswochen über angebliche Aktivitäten der Abertausenden von Werwölfen berichtete. Ein letzter propagandistischer Erfolg aber gelang Goebbels: Trotz der wenigen Werwölfe, die den Alliierten tatsächlich begegneten, glaubten sie an die Existenz eines mächtigen Untergrund-Apparates.
Unzugängliche Informationen, verschlossene Akten - jetzt hat der Autor Volker Koop ein Buch vorgelegt, in dem erstmals umfassend auch neu erschlossene Quellen verarbeitet sind. Er erläutert Vorraussetzungen, Personen und genaue Hintergründe der Organisation.
"artour" hat mit Volker Koop gesprochen und mit einem Zeitzeugen und dem Leipziger Literaten Erich Loest.
MDR Fernsehen, Kulturmagazin "artour", 25. September 2008
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