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Briefe von Lesern
Ihr Buch "Himmlers letztes Aufgebot" habe ich mit großem Interesse gelesen- Dabei wurde mir wieder einmal bewusst, dass nur großes Glück mich mehrfach davor bewahrt hat, den Russen in die Hände zu fallen und eines der Schicksale zu erleiden, von denen Sie berichten.
Bweusst wurde mir auch wieder.von welch verantwortungslosen Typen auch wir, die Kriegsfreiwliigen vom Jahrhgang 1929 uns haben begeistern und verrführen lassen.
Prof. Dr. Werner N. 6. Waldbronn, Dezember 2008
Die Besprechung Ihres Buches "Besetzt" in der FAZ hat mich begeistert. Endlich kommen einmal Dinge an die Öffentlichkeit, die bisher kaum erwähnt werden durften."
Fritz K., 34128 Kassel
"Ich war 1945 gerade 15 Jahre alt, als ich mit einem alten Fahrrad über die von den Amerikanern auf Pontons von Bad Godesberg nach Niederdollendorf errichteten Hodge-Bridge über den Rhein zu meinem Lehrer fahren wollte. Auf der Dollendorfer Seite befand sich eine Ausbuchtung der Brücke und dort wurden, was wegen der Steigung der Brücke in der Mitte nicht zu erkennen war, alle deutschen Radfahrer ihrer alten, zumeist uralten, Zweiräder beraubt. Die Belegnummer bewies, dass es sich um eine offizielle Aktion handelte. Wenige Tage später erhielt ich das Rad an einer Eisenbahn-Verladestation anhand meiner Nummer zurück. Ich hatte nämlich einen Onkel, der bei den Nazis eine einjährige Haftstrafe als Antifaschist nachweisen konnte und dieses Fahrrad gegenüber der Besatzer-Amtsstelle als sein eigenes erklärte. [...] Ich finde es historisch erwähnenswert, dass auch die Amerikaner Hilfestellung leisteten, den verelendeten Deutschen auch noch das letzte Fortbewegungsmittel durch die französischen 'Mitsieger' rauben zu lassen, die kaum einen materiellen Wert damit verbuchen konnten.
Erich H. S., 53173 Bonn
"Es ist richtig und gerechtfertigt, die volle Wahrheit zu dokumentieren und zu verbreiten. Hier liegen die Verhältnisse im Vergleich zur französischen Zone doch noch anders. Kein deutscher Soldat hat je amerikanischen Boden betreten - also keine Spur von vorhergehenden deutschen Besatzungsgräueln."
Dietherr F., Geislingen
"Ich habe mich gefragt, ob Sie auch etwas über das Leiden der Menschen geschrieben haben, deren Häuser monatelang von französischen Truppen besetzt waren und deren Hab und Gut teilweise gestohlen und teilweise mutwillig zerstört wurde. Ich habe das als Kind miterleben müssen. Wir mussten unser Haus innerhalb von zwei Stunden räumen und durften nur ein paar persönliche Dinge mitnehmen. Der Offizier, der in unserem Haus wohnte, war ein Deutschenhasser und hat unter anderem die Kristallgläser an meinem Klavier zerschlagen. Eigentlich wundere ich mich heute immer wieder, dass ich die Franzosen, das Land und die Sprache liebe. Vielleicht kommt das daher, dass ich mütterlicher- und väterlicherseits von Franzosen abstamme. Blut scheint doch dicker zu sein als Wasser!"
Hedy L. Bad Kreuznach
Es ist ein Verdienst des Autors und des Verlages, ein so heikles Stück Zeitgeschichte ungeschminkt und unter Hinzuziehung umfangreichen Quellenmaterials auch objektiv aufgearbeitet zu haben. Bedauerlich ist allenfalls, dass es nicht mindestens zwanzig Jahre früher erschien, denn dann hätte es noch mehr Menschen erreicht, die von den geschilderten Geschehnissen unmittelbar betroffen waren, ohne dass sie die Hintergründe jeweils erkennen konnten.
Erika B., 51427 Bergisch Gladbach
Stark beeindruckt von Ihrer bisherigen Leistung in Sachen Zeitgeschichte möchte auch ich Ihnen wenigstens mit Hinweisen auf Primär- und Sekundär-Literatur dienen.
Eric H. S., 53173 Bonn
Lieber Herr Koop,
als ich im Oktober bei einer Berliner Buchhandlung war, habe ich das Buch "Besetzt" gekauft. Es ist ein sehr gut recherchiertes Buch, das ich mit großem Interesse gelesen habe.
Obgleich ich viel über die Vierziger in Deutschland schon kenne, hatte ich wirklich keine Idee was jederman am Ende des Krieges durchmachen mußte. Dank Ihnen, habe ich viel gelernt.
Es ist mir immer ein Wunder, da? zwischen dem Ende des Krieges und meiner Ankunft im Jahre 1954 in Deutschland so wunderbare Fortschritte gemacht wurden. In "meinem" Goch z.B., konnte man nur wenig Beweis der fast totalen Zerstörung der Stadt finden.
Das erste mal das ich in Deutschland war, war im Jahre 1947, als meine Eltern und ich in die Tscheslowakei gefahren sind. Wie die Zustände so schlecht waren, hatten wir einen militärischen Paß nur durchgefahren.
Während unserer Reise von Diekirch an der Luxemburger Grenze aus nach Karlsbad, haben wir viele besorgnis erregende Sachen gesehen und bald erkannt, da? die meisten Leute in Kellern u.s.w. wohnen mußten. Solche Szenen vergesse ich nie!
In der Mitte jenes Tages, als wir irgendwo auf dem Lande waren, haben wir entdeckt, da? unser Auto Wasser brauchte. (Im August, 1947!!!) Mein Vater, der böse darauf war, ist sofort herausgesprungen und längs der einsamen und kurvenreichen Straße gegangen. "Er kann aber kein deutsch sprechen!" dachte ich mir und habe mich nach ihm beeilt. Kein Haus und niemanden konnten wir sehen aber in der Ferne war ein Dörfchen, wo wir endlich mehrere in einem Schwimmbad umhertollende lustige Jungen gesehen haben. Ein beistehender alter Mann hat uns bald geholfen.
Mehrere unerwartete und teils beunruhigende Abenteuer hatten wir an jenem Tag. Das ist aber eine sehr lange Geschichte!
Von 1954 bis 1958 arbeitete ich in Nordrhein-Westfalen, wo ich in drei verschiedenen B.F.E.S Schulen britische Kinder lehrte.
1. einige Wochen lang in der Nähe von Gedenkirchen, nicht weit von Aachen entfernt.
2. zwei Monate lang in Essen im jetzt abgerissenen Haus eines früheren Bürgermeisters und wo einmal Quisling Gast war.
3. auf dem militärischen Laarbrücker Flugplatz (in der Schule natürlich!)
Zu dieser Zeit wohnte ich (und acht andere junge Lehrerinnen!) in Goch, einer Marktstadt, Kreis Kleve. Bald haben eine andere Schottin und ich durch den Herrn Pfarrer der dortigen evangelischen Kirche fünf deutsche Damen kennengelernt, die englisch lernen wollten. (Die komische Sache war, daß sie katholisch waren!) Das hat uns viel Spaß gemacht.
Während jener Zeit und der letzten 15 Jahren habe ich in Deutschland viel gereist und hatte es als mein zweites Heimatland. Leider bin ich nicht länger feucht hinter den Ohren (i`m no spring chicken!) und weiß, da? ich bald mein Lebewohl sagen muß.
Nochmals vielen Dank für Ihr ausgezeichnetes Buch. Nur zwei Sachen haben mich ein bisschen geärgert!
1. Als "englisch" statt "britisch" geschrieben wurde. (Vergessen Sie nicht, daß ich Schottin bin!) Das haben Sie sich selbst nicht gesagt, sondern nur andere Leute zitiert.
2. Ich mußte darüber ironisch lachen, als Sie erklärten, da? die Briten sich immer sehr bequem machen wollten und ds es auch einige gabe, die wie die Fürsten residieren wollten und das die schönsten Villas und Hotels requiriertenwurden. Was sonst hätten Sie von irgendeiner Besatzungsarmee erwarten können?!!!
Wenn Sie nur ein ähnliches Buch über die frühere russische Zone schreiben würden, würde das sehr interessant sein. Ich habe immer großes Interesse an der früheren DDR gehabt und habe auch viel über das Leben der Leute herausgefunden, die den Russen nicht geholfen haben.Im Jahre 1966 habe ich Buchenwald besucht, wo unser kommunistischer Führer sehr vorsichtig war, uns nicht zu erzählen, da? die Russen selbst einige Jahre lang dieses Lager als Gefängnis auch benutzt hätten.Das habe ich später bei der hiesigen Bibliothek herausgefunden!
In 2003 war ich bei dem jetzigen Museum - dem früheren Stasi Hauptquartier an der Runden Ecke in Leipzig. Das hat mir die Augen geöffnet!
Ein Jahr später war ich beim Stasi Gefängnis in der Genster Straße Berlins. Ich bin eine sehr neugierige Frau!
Und jetzt komme ich zum Ende dieses ganz langen Briefs. Hoffentlich habe ich Sie zu Tode nicht gelangweilt!
Viele freundliche Grüße von
Doris Ann Brice, Montrose, Scottland 17.01.2008
P.S. Montrose ist eine Stadt an der Ostküste Schottlands, ungefähr hundert Meilen im Norden von unserer Hauptstadt, Edinburgh.
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