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Neuerscheinung

  Erscheint im Herbst 2010::

  In Hitlers Hand - Sonder- und Ehrenhäftlinge der SS In Hitlers Hand - Die "Sonder- und Ehrenhäftlinge" der SS

Deutsche Oppositionelle des NS-Regimes sowie prominente Politiker aus dem europäischen Ausland wurden unter Hitlers und Himmlers Ägide als "Sonder- und Ehrenhäftlinge" gefangen gehalten, um als Geiseln bei Verhandlungen mit den Alliierten oder als Faustpfand für den Austausch von Kriegsgefangenen dienen zu können. Gefangen gehalten wurden sie in Konzentrationslagern, Schlössern oder beschlagnahmten Bauden und Hotels. Dieses Buch beschreibt erstmals umfassend dieses bisher weitgehend unbekannte Kapitel der NS-Geschichte.

Böhlau Verlag, Wien-Köln-Weimar, ca. 320 Seiten mit 15 s/w Abbildungen und Dokumenten

 

News

2010-02-15-1427-05

Auf internationale Resonanz sind die Erkenntnisse über "Das schmutzige Vermögen - Das Dritte Reich, die I.G. Farben und die Schweiz" gestoßen. Das Buch erschien jetzt in Tokyo in japanischer Lizenzausgabe.

Ein weiteres Buch, "Himmlers letztes Aufgebot - Die NS-Organisation "Werwolf" kommt im Frühjahr 2012 in tschechischer Lizenzausgabe heraus

 

Artikel

  • Lizenzausgabe in Japan erschienen
  • Besetzt - Sowjetische Besatzungspolitik in Deutschland
  • Die Luftbrücke - Legende und Wahrheit
  • "Himmlers letztes Aufgebot"
  • Besetzt - Britische Besatzungspolitik in der Nachkriegszeit
  • Dem Führer ein Kind schenken
  • Besetzt - Amerikanische Besatzungspolitik in der Nachkriegszeit
  • Kein Kampf um Berlin
  • 17. Juni 1953 - Legende und Wirklichkeit
  • Das Recht der Sieger
  • Besetzt - Französische Besatzungspolitik in der Nachkriegszeit
  • Das schmutzige Vermögen


Besetzt - Französische Besatzungspolitik in der Nachkriegszeit

 

Große Politik und Besatzungspolitik aus Sicht der Betroffenen

Was die französische ‚Deutschlandpolitik’ nach dem Zweiten Weltkrieg betrifft – so die zentrale These des hier vorgestellten Buches -, so war das ‚deutsche Problem’ die Kardinalfrage der französischen Sicherheitspolitik-. Charles de Gaulle nahm gewissermaßen nahtlos das französische Sicherheitsdenken nach dem Ersten Weltkrieg wieder auf: geografische und politische Zergliederung (Auflösung des deutschen Nationalstaates), militärische Besatzung, Sicherheitsglacis, (Sonderstatus für das Rheinland, Abtrennung des Saargebietes), bilaterale Sicherheitspakte (eingeleitet durch den Beistandsvertrag mit der Sowjetunion vom 10.12.1944), Reparationen und wirtschaftlicher Transfer (enge wirtschaftliche Verflechtung mit dem Saargebiet, Internationalisierung des Ruhrgebietes). Es handelte sich um eine Kombination sicherheitspolitisch und wirtschaftlich motivierter Maßnahmen, die mit der endgültigen Ausschaltung Deutschlands als Machtfaktor zugleich die Voraussetzung für die Wiederherstellung der französischen ‚grandeur’ schaffen sollte.  (...) Aber nicht nur die große Politik ist Gegenstand der Studie. Vielmehr hat sich Koop die Aufgabe gestellt, die Besatzungspolitik Frankreichs u.a. aus der Sicht der betroffenen Deutschen zu beschreiben. (...) Koops Studie offenbart nicht immer Erfreuliches – aber das wird, so der Tenor des Buches, die deutsch-französischen Beziehungen  nach über 40 Jahren der gegenseitigen Annäherung nicht gefährden können. Im Gegenteil: Geografie und Geschichte bestimmen auch heute noch die deutsch-französischen Beziehungen. Waren in früheren Zeiten die ‚Doktrin der natürlichen Grenzen’ und die ‚Glacis-Politik’ vorherrschend, so stehen heute die Veränderungen in der ‚Europäischen Gleichgewichtspolitik’ im Vordergrund der Interessen und Analysen.

(Zeitschrift für Österreichische Militärgeschichte, Heft 4/2007, S. 525)     

 

„Frankreichs Soldaten kamen nicht als Befreier“

Die Alliierten als Befreier, die Besatzungszonen als Voraussetzung für die Aussöhnung in Europa: So einfach kann der Blick auf die frühren Nachkriegsjahre sein. Wer dann noch ausschließlich an die Verbrechen der Deutschen erinnert, ist auf der sicheren Seite. Volker Koop machte es sich da nicht so leicht. Der Publizist begeht nämlich ein Sakrileg – er erinnert auch an die Fehler der Besatzung. Jüngst war Koop als Referent zu Gast im Koblenzer Bundesarchiv.Als ehemaliger hochrangiger Journalist im Dienst des  früheren Bundesverteidigungsministers Rupert Scholz weiß Koop genau, wie Informationen nach hinten losgehen können. Und so stellte er von Anfang an klar, dass es hier nicht um eine revisionistische Geschichtsklitterung gehe, sondern um die Auseinandersetzung mit Geschehnissen, die – sieht man einmal von der Sowjetischen Besatzungszone ab – in der Forschung bislang eine Nebenrolle spielen. Auch die westlichen Alliierten kamen nicht als Befreier. Volker Koop selbst hat mehr als 20 Bücher verfasst. Seine Werke zur amerikanischen und französischen Besatzungspolitik sorgten für Zündstoff. Der Publizist hat sich daran gewöhnt, dass Zuhörer den Saal verlassen. Auch in Koblenz blieben seine Thesen über den ‚Französischen Sonderweg’ nicht ohne Widerspruch. Dabei ist amtlich, dass die Franzosen nach ihren Kriegserfahrungen keinen Grund hatten, besonders freundlich zu sein. Da ihr eigenes Land wirtschaftlich selbst am Ende war, nahmen sie sich das, was ihre neue Besatzungszone hergab, die sie erst im Juni/Juli 1945 in beschlag nehmen konnten. Koop machte deutlich: Die Franzosen fühlten sich als Sieger zweiter Klasse. Das versuchten sie in der Anfangszeit durch übertriebene Militärpräsenz und Härte zu kompensieren. Koop erinnerte auch an die Massenvergewaltigungen von Freudenstadt, den ‚Handel’ mit Kriegsgefangenen zwischen Franzosen und Amerikanern und die Tatsache, dass viele Deutsche in Indochina umgekommen sind, weil sie in der Fremdenlegion den einzigen weg aus der Gefangenschaft sahen. Und auf der politischen Ebene widersetzte sich Frankreich lange den anderen Partnern und verfolgte – auch das machte der Vortrag deutlich – im Rahmen einer Doppelstrategie bis in die 50-er-Jahre hinein das Ziel, deutsche Gebiete herauszulösen. Dass trotz dieser Widrigkeiten der Aussöhnungsprozess schnell in Gang kam, ist vor allem der Bevölkerung zu verdanken. Deutsche und Franzosen hatten genug vom Krieg. Schon 1949 gab es die ersten Austauschprogramme und Städtepartnerschaften.

(Rhein-Zeitung, 26. März 2007)     

 

"Ergreifend und eindrucksvoll"

Sechzig Jahre nach Kriegsende präsentiert der Journalist und Autor Volker Koop ein bemerkenswertes Dokument zur Aufarbeitung eines der wichtigsten Kapitel im Nachkriegsdeutschland. Deutschland lag zu großen Teilen in Schutt und Asche, die Bevölkerung war gekennzeichnet von den Schrecken des Krieges: Not, Verzweiflung, Mutlosigkeit und Resignation waren an der Tagesordnung. Verwaltungsstrukturen und technische Versorgungseinrichtungen mussten mühsam wieder aufgebaut werden. Erst allmählich entwickelten sich neue Strukturen und gewohntes Alltagsleben stellte sich langsam in den Städten und Gemeinden ein.

Deutschland war nach dem Vier-Mächte-Abkommen in die Hoheitszonen der Siegermächte aufgeteilt; das Gebiet des heutigen Baden-Württemberg unterstand der französischen und amerikanischen Verwaltung. Die Situation in den letzten Tagen des April 1945 war dramatisch zugespitzt. Täglich änderten sich die letzten Frontverläufe. Kinder, Jugendliche und Greise wurden zum Heimatschutz verpflichtet und zum Teil sinnlos im Kampf gegen die Französische Armee geopfert.

Die Folge war auf beiden Seiten Ablehnung und blinder Hass. Der Einzug der französischen Truppen verlief zwar aus militärischer Sicht geplant und geordnet. Dennoch waren aber Gewalt gegenüber Frauen und Mädchen und Plünderungen an der Tagesordnung.

Sehr ergreifend und eindrucksvoll hat dies Volker Koop am Beispiel der Stadt Freudenstadt im Schwarzwald beschrieben. Die Stadt wurde am Morgen des 17. April 1945 kampflos an die Französische Armee unter Führung von General Lattre übergeben. Was dann folgte, lässt sich heute kaum mehr nachvollziehen. Es ist Geschichte, und es ist Teil unserer gemeinsamen Geschichte zwischen Deutschen und Franzosen.

Bei allem Leid, das damals geschah, darf auch die Unterstützung der französischen Militärverwaltung beim Aufbau demokratischer Strukturen im Südwesten nicht vergessen werden. Schon bald erlaubten die Franzosen die Herausgabe freier Presseorgane. Sie unterstützten den Wiederaufbau eines kulturellen Lebens in den Städten und Gemeinden und erlaubten den Bürgerinnen und Bürgern Traditionspflege bei Fasnet und Heimatfesten landauf und landab.

Die Rückbesinnung war dadurch gegeben im Sinne von Golo Mann, dem bedeutenden deutschen Historiker, der einmal sagte: "Wer nicht um seine Herkunft weiß, der hat auch keine Zukunft."

Von Sören Kierkegaard, dem dänischen Philosophen, stammt der schöne Satz: "Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden." Dies gilt auch für den weniger schönen Teil der gemeinsamen Geschichte zwischen Deutschland und Frankreich im 20. Jahrhundert. Es ist die Pflicht der Historiker und der Wissenschaftsautoren, Geschichte anhand der Fakten akribisch und exakt aufzuarbeiten.- Nur so kann ein wichtiger Beitrag zur Einsicht geleistet werden.

Heute, sechzig Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, hat Mitteleuropa die längste Periode des Friedens erleben dürfen. Deutsche und Franzosen haben sich auf ihre gemeinsamen europäischen Werte und auf die gemeinsame Basis der christlichen Kultur besonnen und bereits 1963 im Elysée-Vertrag den Grundstein zu einer inzwischen unverbrüchlichen Freundschaft gelegt. In ganz Europa ist die Einsicht gewachsen, dass kriegerische Auseinandersetzungen kein Mittel der Völkerverständigung sein können.

Ich möchte Ihnen, sehr geehrter Herr Koop, zu diesem Buch gratulieren. Sie haben einen enorm wichtigen Beitrag zur Zeitgeschichte unseres Landes geleistet.

(Rede des baden-württembergischen Ministers Prof. Dr. Wolfgang Reinhart anlässlich der Buchpräsentation am 12. Oktober 2005)

 

Rabiates Auftreten

Ein Autor, der gleich an mehreren Stellen seines Buches prophylaktisch um Verständnis wirbt, muss Unangenehmes über die Anfänge der französischen Okkupation in Deutschland zu berichten haben. Tatsächlich befasst sich Volker Koop eingehend damit, was in der künstlich zusammengeflickten französischen Besatzungszone in Deutschland geschah: Heimatchroniken künden von Massenvergewaltigungen deutscher Frauen und ausgiebigen Plünderungen durch französische Truppen in Baden und Württemberg. Mitte 1945. Zu Recht erinnert Koop an die zuvor von den Deutschen begangenen Schandtaten in Frankreich, meint aber, das eine zuzugestehen bedeute nicht, über das andere den Mantel des Schweigens breiten zu müssen. [...]

Die Große Politik ist nicht der zentrale Gegenstand dieser Studie. Dennoch widmet sich der Verfasser auch den hartnäckigen Bemühungen der französischen Regierung, die deutsche Einheit zu durchkreuzen. Er beschäftigt sich mit dem Kampf um einen Rheinstaat und eine Internationalisierung der Ruhr sowie mit der Vorgeschichte des Südweststaates, den Paris gerne zugunsten einer Wiederherstellung der traditionellen Länder Baden und Württemberg verhindert hätte. An der Saar sorgte die französische Regierung für eine Dominanz frankophiler Kräfte, die einen an Paris angelehnten Saarstaat aus der Taufe hoben. Erst im Referendum vom 23. Oktober 1955 schüttelte die Saarbevölkerung die zum 'Europäischen Statut' umdekorierte französische Besatzungsherrschaft mit ihrem 'Nein' ab. Einige deutsche Historiker werden dies alles ungern hören. [...] Der Autor will die Empfindungen der von der Okkupation betroffenen deutschen Bevölkerung anschaulich darstellen, ohne den vorangegangenen nationalsozialistischen Terror in Frankreich zu leugnen. [...] Diese Monograhie beschreibt unverblümt, was sonst artig verbrämt wird: Die Stunde der deutsch-französischen Freundschaft war 1945 noch nicht gekommen

Herbert Elzer

FAZ, Das politische Buch, 28. November 2005 

 

Admiral Hans-Georg von Friedeburg wird nachgesagt, er habe verwundert die Anwesenheit der französischen Delegation in Berlin-Karlshorst am 8. Mai 1045 moniert. Alle habe man erwartet, aber was machen, bitte schön, die Franzosen hier - wenigstens die habe man doch besiegt, soll er geraunt haben.

Dass diese kleinste Besatzungsmacht spätestens ab 1945 ihr Statut um so strenger durchsetzte, zeigt nicht zuletzt die gewissenhafte Zusammenstellung des Journalisten Volker Koop. Nicht erst die Gewaltexzesse beim Einmarsch im Schwarzwald 1945 gaben einen Vorgeschmack darauf, wie rücksichtslos die Franzosen ihre Interessen - dazu zählt Koop besonders die Einverleibung des Saarlandes - umzusetzen gedachte.

Junge Freiheit, Literaturbeilage, 21. Oktober 2005

 

Das Besatzungsregime der Franzosen ist bisher stets milder beschrieben worden, als es die Deutschen in Erinnerung haben. Jetzt schiebt ein Autor Unangenehmes nach. Unter den Älteren ist die Erinnerung an die französische Besatzung noch lebendig. Französisch als erste Fremdsprache in der Oberschule, die Schlagbäume zum 'Wunderland' US-Zone, oder das Schicksal der Grenzstadt Kehl, in welche die Deutschen erst 1953 zurückkehren durften. Für viele ist dies zum Glück wieder vergessen

Jetzt hat Volker Koop der Erinnerung noch mal zum Durchbruch verholfen, nicht ohne schlechtes Gewissen, wie er an einigen Stellen anmerkt. Aber es muss dabei bleiben: Das französische Besatzungsregime war härter als das der Briten und Amerikaner. Es war vergleichbar allenfalls mit den Entbehrungen, die die Bevölkerung in der sowjetischen Besatzungszone erleiden musste.

Jörg Bischoff in der Südwest-Presse, 28. Dezember 2005 

 

 

 
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